Foto: David Henselder

Ausstellung Fremdenzimmer: Der Fremde bin ich

am 04. April 2016 | in Allgemein, Diskurse | von , UND | mit 0 Kommentaren

Die Ausstellung Fremdenzimmer in der Galerie Platengarten in Köln Ehrenfeld am 11. Februar ist das künstlerische Ergebnis einer „Machbarkeitsstudie“ zum Thema Kunst und Flucht, die die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft bei dem Künstlerduo Stefan Silies und Till Nachtmann in Auftrag gegeben hatte. Ziel dieser künstlerischen Feldforschung war, Möglichkeiten der künstlerischen partizipativen Arbeit mit Geflüchteten vor Ort, also in ihren Unterkünften, zu erkunden, um daraus unter Umständen Gelingensfaktoren für spätere größer angelegte künstlerische Projekte ermitteln zu können. Während ihrer Arbeit vor Ort wählten Nachtmann und Silies (selbstgefertigte) Handpuppen als künstlerisches Medium der verbalen und nonverbalen Kommunikation.

Bei aller Prozessorientierung und grundsätzlicher Ergebnisoffenheit stellte sich in diesem experimentellen Setting dennoch eine sehr künstlerische Frage: Wie gelingt eine Transformation des Prozesses in eine entsprechende Form?

Till Nachtmann, Stefan Silies und Ruth Gilberger (v.l.n.r.) eröffnen die Ausstellung "Fremdenzimmer" Foto: David Henselder

Till Nachtmann, Stefan Silies und Ruth Gilberger (v.l.n.r.) eröffnen die Ausstellung „Fremdenzimmer“ Foto: David Henselder

Fremdenzimmer ist damit die Präsentation sowohl des Prozesses als auch der Transformation in unterschiedliche künstlerische Formen.

Um dies authentisch nachvollziehen zu können und auf Bitte vieler Besucher sind nachfolgend die Wortbeiträge zur Ausstellungseröffnung nachzulesen: die marginal gekürzte Rede von Ruth Gilberger, Vorständin der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft, und ein im Nachhinein transkribiertes Gespräch mit den beiden Künstlern, das den Wortbeitrag von Stefan Silies am Ausstellungsabend nachvollzieht.

 


 

Die Rede zur Eröffnung

„Liebe Gäste der Ausstellung Fremdenzimmer,

ich freue mich sehr, Sie hier in den Räumen der Galerie Platengarten, willkommen zu heißen und als Vorständin der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft, einer unabhängigen und gemeinnützigen Stiftung aus Bonn zu Ihnen sprechen zu können. Mein besonderer Dank geht auch an den Betreiber dieses besonderen Raumes für Kunst und Kultur.

Allen Beteiligten dieses Projektes ist es ein Anliegen, diesen Raum (als Freiraum) als Ort der Gastlichkeit zu verstehen. Gast sein heißt anzukommen in einem (privaten) Raum, der dem Angekommenen einen Raum bietet, zur Ruhe zu kommen und in Kommunikation zu treten mit einer neuen Situation, die vielleicht Unsicherheit, einen Übergang, ein Wagnis und einen Neuanfang hervorbringen kann. Und vorweg genommen: Das Einlassen auf Kunst ist immer ein Wagnis.

Was verbinden Sie mit dem Titel der Ausstellung Fremdenzimmer von Till Nachtmann und Stefan Silies? Denken Sie an Ihren letzten Aufenthalt in der Fremde?

Wer ist denn jetzt der Fremde? Und was ist das Fremde?

Ich zitiere aus Wikipedia: Das Fremde bezeichnet etwas, das als abweichend von Vertrautem wahrgenommen wird, das heißt aus Sicht dessen, der diesen Begriff verwendet, als etwas (vermeintlich) Andersartiges oder weit Entferntes.

Foto: Stefan Silies

Foto: Stefan Silies

Der Ort? Unort, Übergangsort oder Sehnsuchtsort? Die Menschen? Vertraut oder unvertraut? Gast oder Fremder? Und ich? Wie verbinde ich mich mit dem Ort und den Menschen? Ist das Fremde so nicht auch ein Teil von mir? Und damit ganz nah?

Diese Dimensionen des Fremden (und damit des Nahen) loten die künstlerischen Arbeiten von Nachtmann und Silies in ganz unterschiedlichen künstlerischen Medien aus:

„Draußen vor der Tür“ sehen Sie, aber nur von der anderen Straßenseite aus, sozusagen nur in Distanz und einer gewissen Ferne, die gegenüberliegende Häuserfront einer Straße in Köln. Manche Fenster sind erleuchtet, manche dunkel und jeder von Ihnen wird die Gedanken kennen, was passiert hinter den Fenstern und Gardinen, im Verborgenen im Privaten und ertappt sich dabei, als Voyeur auch mehr oder minder heimlich einen Blick ins Innere zu erhaschen. Mit etwas Geduld werden Sie sehen, dass im ersten Stock in den beiden linken Fenstern etwas anders ist – schemenhaft tauchen Figuren auf, die nach innen und nach außen agieren und in ihrer Andersartigkeit erst einmal fremd scheinen.

Foto: Ruth Gilberger

Foto: Ruth Gilberger

Im Inneren der Galerie steht eine Kiste, die den ganzen Raum verbirgt und aus der merkwürdige, fremdartige Geräusche kommen. Beim näheren Untersuchen dieser rohen Kiste fällt auf, dass es Gucklöcher gibt, die auch wieder wie bei den Fenstern einen Blick ins Innere gewähren, aber hier nur von ganz Nahem – und ich verrate hier nur so viel – Ihr Blick wird mit fremden Augen erwidert werden. Was passiert in diesem Augenblick mit und in Ihnen?

Und dann gibt es noch Fotos an der Wand, die die Schemen und die Augen konkretisieren, aber trotzdem, jedenfalls mir sehr distanziert scheinen: es sind Gesichter, Nase, Mund Augen in Köpfen, die versuchen in Kontakt mit dem Betrachter, also mit uns und Ihnen zu treten und dann werden Sie vielleicht erkennen: es sind Gesichter von Puppen, aus Schaumstoff geschnitzt, es sind Augen in der Holzkiste aus Plastik, durch eine Mechanismus bewegt und eine Anzahl von in Luftpolsterfolie gepackte Puppen (Freiheitskämpfer) – folglich sind auch die Schemen in den Fenstern draußen Schatten von Puppen.

Ob in der Beamer-Installation, in der plastischen Kiste oder als Foto an der Wand: Figurenpuppen sind ein wichtiges Medium in der künstlerischen Arbeit von Nachtmann und Silies, die ich seit 5 Jahren kenne und schätze aufgrund ihrer ästhetischen Qualität und ihres ganz unterschiedlichen Einsatzes: sowohl in der pädagogischen Arbeit und in der kulturellen Bildung für Kinder und Studierende, als Protagonisten in Spielfilmen wie auch im künstlerischen Kontext.

Die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft engagiert sich für eine Verankerung von künstlerischen Ideen, Konzepten und Projekten in einer Gesellschaft, in der jeder Mensch die Möglichkeit haben sollte, die vielfältigen Ausdrucksformen der Kunst kennenzulernen und ihr Potential für sich zu entdecken. Dabei begleiten, initiieren und fördern wir partizipative Kunstprojekte mit Veränderungspotential, die gezielt unterschiedliche Menschen in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit mit einbeziehen.

Inwieweit sich die künstlerischen und kommunikativen Prozesse mit den Menschen dann in einer qualitativen künstlerischen Form widerspiegeln, hängt von der Fragestellung und dem jeweiligen Kontext ab. Was ist dafür eine gute Form?

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken für die vertrauensvolle, kollegiale und kooperative Arbeit an diesem Projekt, das so viele Fragen für alle Beteiligten aufgeworfen hat, die Anstöße und Impulse zum Weiterdenken und Weitermachen gegeben haben.

Für die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft ist hier überzeugend deutlich geworden: Kunst kann Unsichtbares sichtbar machen und Sichtbares sichtbarer. Und damit gestaltet sich ein Stück Wirklichkeit. Und vielleicht eine neue Verbindung zwischen nah und fern.

In wieweit das in dieser Ausstellung gelungen ist, dass können die beiden Künstler am besten selbst berichten.“

 


 

Das Statement von Stefan Silies und Till Nachtmann zur Eröffnung ihrer Ausstellung Fremdenzimmer

„Von der ersten Idee bis zur fertigen Ausstellung war es ein weiter Weg. Unerwartete Schwierigkeiten und Sackgassen haben dazu geführt, dass wir unsere Ziele mehrmals neu definieren mussten. Im Verlauf des Prozesses hat es viele partizipative Elemente gegeben, die Inhalte dieser Ausstellung aber stammen von uns beiden. Normalerweise verzichten wir darauf, bei der eigenen Eröffnung etwas zu sagen. In diesem Fall aber wollen wir ein paar Hintergrundinformationen dazu geben, warum die Ausstellung so ist, wie sie ist.

Foto: David Henselder

Foto: David Henselder

Grundsätzlich wollten wir mit Hilfe von Handpuppen einen Weg finden, mit geflüchteten Menschen in Kontakt zu kommen und mit ihnen künstlerisch zu arbeiten. Wir haben mit Workshops in Erstaufnahmeeinrichtungen begonnen, zu denen wir Familien zum Puppenbauen eingeladen haben. Um ein erstes gegenseitiges Kennenlernen zu vereinfachen, haben sich solche Treffen bewährt: Beim Planen und Basteln kommt man ins Gespräch. Die ersten Workshops fanden in Containern statt. Eine Verlegung in unser Atelier, also der Transport der Teilnehmer zu uns, war logistisch nicht zu bewerkstelligen.

Bei der Recherche nach Unterkünften für Geflüchtete in unserer Nähe stellte sich heraus, dass ein Hotel in unmittelbarer Nähe unseres Ateliers seit langer Zeit eine Unterkunft für Geflüchtete ist. Eine ehrenamtliche Koordinatorin für diese Unterkunft hat uns den Einstieg und Zugang sehr erleichtert. Wir kannten das Hotel natürlich von außen und sind immer an diesem Haus vorbeigefahren, haben es aber nicht als Flüchtlingsunterkunft wahrgenommen bis wir hineingegangen sind und die ersten Bewohner kennengelernt haben.

Foto: David Henselder

Foto: David Henselder

Diese „Unsichtbarkeit“ hat uns noch lange beschäftigt. In der Videoarbeit, die wir in dieser Ausstellung zeigen, wird das thematisiert. Auf den ersten Blick sieht man von der Straße aus ein normal beleuchtetes Zimmerfenster. Aber bei genauerem Hinsehen verändert sich die Wahrnehmung. Die Schatten hinter dem Fenster sind nicht vertraut und auch die Perspektive scheint nicht ganz korrekt zu sein. Etwas ist fremd.

Die Nähe dieser Unterkunft zu unserem Atelier machte es einfach, die Workshops jetzt auch in unseren Räumlichkeiten durchzuführen. Wir haben bei uns im Atelier eine gastfreundliche Atmosphäre geschaffen, eine große Tafel aufgebaut, es gab zu Essen und zu Trinken, viel Zeit und eine Menge Bastelmaterialien. Und langsam sind wir mit den Menschen aus dem Hotel in Kontakt gekommen. Als das Interesse der Kinder geweckt war und sie angefangen haben zu basteln, sprang der Funke schnell auf die Eltern über und intuitiv haben auch sie angefangen, aus Schaumstoff-Klötzen Gesichter zu schnitzen. Über die Arbeitssituation, über das haptische Gestalten mit Heißkleber und Schaumstoff, bei Keksen und Kaffee kommt man ganz automatisch ins Gespräch bzw. versucht sich mit Händen und Füßen, mit Gelächter und den schrägen Puppen näher zu kommen. Die Stimmung war deutlich entspannter als bei den ersten Workshops im Container.

Die Arbeit in unserem direkten Lebens- und Arbeitsumfeld war eine gelungene Veränderung der Vorgehensweise. Ausgehend vom Atelier haben wir gemeinsam in den folgenden Wochen mit den Hotelbewohnern das Umfeld erkundet. Der benachbarte Kindergarten ist beispielsweise auf uns aufmerksam geworden, weil wir mit den Puppen auf dem Spielplatz herumtobten. Mit dem Kindergarten haben wir dann eine Vereinbarung getroffen, dass die Kinder aus dem Hotel nach Absprache den sonst abgeschlossenen Spielplatz besuchen können. Uns ist klar geworden, dass wir zuerst einmal alle Akteure zusammen bringen müssen.

Foto: Ruth Gilberger

Foto: Ruth Gilberger

Einzelne Familien aus dem Hotel kamen dann auch zu Angeboten des Familienzentrums, das sich an alle Familien im Viertel richtet, z.B. zum gemeinsamen Brunch am Wochenende, zum Sommerfest und zum Spielen im Kindergarten. Uns ist aufgefallen, dass die beengte Lage in den Unterkünften ein akutes Problem war. Innerhalb der Familien entstanden große Spannungen durch diese Enge. Später konnte sogar ein Kind aus dem Hotel in den Kindergarten aufgenommen werden.

Wir überlegten uns, wie die nächsten Schritte aussehen könnten, denn unser primäres Ziel war immer noch eine partizipative Kunst-Ausstellung. Wir haben versucht, uns mit den Eltern zu verabreden, was aber überhaupt nicht geklappt hat: je näher wir in Kontakt getreten sind, desto eher sind Bedürfnisse ganz anderer Art entstanden: die Hotelbewohner brauchten einfache Hilfe bei konkreten Fragen und Problemen des Alltags wie z. B: ein Freund ist im Gefängnis: ist das gefährlich oder nicht? Wie kommt man da rein, um ihn zu besuchen, wird man da verprügelt oder auch verhaftet? Muss man was zahlen, was gibt es für Formulare, wie geht man damit um? Wo ist das Gefängnis überhaupt? Bis hin zu den ganz banalen Sachen: im Mai war der Kita-Streik – was sollen wir denn jetzt den ganzen Tag mit den Kindern machen? Oder Wohnungssuche – das sind die Themen, die jeden beschäftigen.

Es gab also viele menschliche und soziale Komponenten, die wichtiger wurden als die eigentliche künstlerische Arbeit, die aber weniger mit dem Ergebnis zu tun hatten, an dem wir interessiert waren. Das Ergebnis sollte ja aus künstlerischer Sicht Bestand haben.

Es entstanden durch die gemeinsame Arbeit aber viele neue Bilder in unseren Köpfen, die wir ab diesem Zeitpunkt verstärkt gesammelt haben: Die Unsichtbarkeit der Unterkunft, die teilweise grob geschnitzten Puppen einiger Teilnehmer usw. Parallel verdichtete sich unsere Überzeugung, dass es nicht möglich sein würde mit dieser Gruppe eine partizipative Ausstellung umzusetzen.

Foto: Ruth Gilberger

Foto: Ruth Gilberger

Gleichzeitig haben wir die Idee verworfen, mit den ebenfalls gesammelten Audio-Aufzeichnungen von Fluchtgeschichten oder den von Flüchtlingen gebauten Puppen ein Kunstprojekt zu machen. Es kam uns falsch vor, diese Geschichten ohne die weitere Beteiligung der Geflüchteten künstlerisch weiterzuverarbeiten.

Wir wollen nicht didaktisieren. Unsere künstlerischen Arbeiten sollen ein Gespräch eröffnen und unterschiedlich berühren und nicht einseitig und mitleidserweckend daherkommen. Und selbst wenn man nur Fragmente eines Einzelschicksals nimmt und transformiert ist die Gefahr dafür groß.

Wir haben also alle diese Gedanken verworfen in dem Bewusstsein, dass hier auch das Scheitern möglich ist, wir also keine partizipative Ausstellung schaffen können. Uns wurde vielmehr klar, dass WIR die Künstler sind und es im Prinzip für die Geflüchteten eine totale Überforderung war, indem wir an sie herantraten und sagten: du machst jetzt auch mal Kunst mit uns in einer durchcodierten und fragmentisierten Kunstwelt, von der du keine Ahnung hast. Diese Überforderung war die Ursache. Und wir kamen zu dem Schluss: WIR müssen diese Arbeit machen, die kann uns keiner abnehmen.

Foto: David Henselder

Foto: David Henselder

Das, was auf sehr persönlicher Ebene entstanden ist, diese Atmosphären, diese Stimmungen und diese Bilder, mit denen können wir versuchen zu arbeiten, auf diese Ausstellung bezogen. Das war unser Einstieg zu einem neuen Ansatz.

Wir haben dann geschaut, was uns noch für Bilder bewegen, zum Beispiel Angela Merkel, die dieses Flüchtlingskind streichelt und das weint und sie bleibt kühl und sagt: tja, aber du musst wieder weggehen. Oder das Bild von den Kisten voll Palästinenserpuppen, die der israelische Zoll konfisziert hat und die dann verbrannt werden sollten, weil sie eine Gefahr darstellen, das hat uns natürlich auch sehr berührt. Das sind Bilder, die hängen geblieben sind und die unserer Ansicht nach auch in diesen Kontext gehören, weil sie zeigen, wie die Gesellschaft damit umgeht.

Wir haben z.B. überlegt, wie eine Puppe aussehen könnte, vor der nicht Israelis, sondern deutsche Eltern Angst haben, gibt es das überhaupt in unserer Gesellschaft, dass eine Puppe eine solche Angst erzeugen kann oder eine solche Gefahr ausstrahlen kann? Was berührt uns persönlich eigentlich an der Puppe, die einer der Hotel-Bewohner gebaut hat?

Nach Fotos von dieser Puppe haben wir dann viele Duplikate hergestellt und haben uns überlegt: was würde passieren, wenn wir in China Duplikate erstellen lassen? Was würde passieren, wenn man sowas in Auftrag gibt und in China Flüchtlingspuppen bauen lässt und nach Deutschland verkauft? Was würde passieren, wenn Kunst-Geld dafür verwandt wird, so etwas zu tun, was für Diskurse würden da angeregt, wenn man den ganzen Ausstellungs-Etat da hinein steckt, Puppen in China oder im Kosovo fertigen zu lassen, um in diesen Ländern eine Perspektive zu schaffen? Kann man nicht Geld auch so einsetzen? Das waren Gedanken, die hinein flossen und die noch ganz viele offene Enden haben. Hier haben sich viele neue Ansätze für eine weitere künstlerische Arbeit aufgetan.

Auch bei den Porträts haben wir überlegt, was diese Puppen so anders macht als unsere Puppen. Wie kommen wir weg von diesem kindlichen, von diesem Muppet-Show-artigem. Irgendwann ist uns aufgefallen: wenn man die Augen weglässt entstehen sehr interessante Charakterköpfe: da war dann dieser stoische Klotz ohne das Comic-Artige. Trotzdem hatten wir Schwierigkeiten, diese Porträts einfach so auszustellen, weil sie eine Transformation benötigten. Der entscheidende Schritt war dann, sie auf den Scanner zu legen, und die gedruckten Scans auszustellen. Der „Blick“ durch das Scannerglas war es, der dem Blick durch das Fenster sehr ähnlich ist, wie der Blick des Ausgeschlossenen.

Wir wollen mit dieser Ausstellung Stimmungen von Fremde vermitteln und sehen sie gleichzeitig als ein Ventil für die Atmosphäre, die Bilder und Widersprüche, die sich in den letzten Monaten angestaut haben.“

Foto: Ruth Gilberger

Foto: Ruth Gilberger

Foto oben: David Henselder

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