Foto: Teresa Grünhage

„Die Kunst und das gemeinsame Schaffen braucht keine Rollen!“

am 09. Januar 2017 | in Mitmachstadt, Perspektive Umbruch | von | mit 0 Kommentaren

Leonard hat in Düren an unserem Projekt Mitmachstadt teilgenommen und aktiv am Bau der Stadt mitgewirkt. Die Mitmachstadt fand von Juni – September 2016 auf dem Außengelände des Haus 5, der ehemaligen Forensik, nun werkHAUS 5 und Psychiatriegeschichtliches Dokumentationszentrum, statt. Teresa Grünhage hat ihn wiedergetroffen und mit ihm über seine Eindrücke gesprochen.

Leonard, wie kam es dazu, dass du an der Mitmachstadt teilgenommen hast?

Frau Derbe vom werkHAUS5 hat mir erzählt, dass sie sieben Tonnen Ton vor der Tür stehen hat und dass damit bald eine Stadt gebaut wird. Das konnte ich mir nur schwer vorstellen. Es klang absurd: Sieben Tonnen Ton! Ich fand das sehr reizvoll. Also habe ich mitgemacht.

6 von 7 Tonnen Ton warten auf den Projektstart. Foto: Ruth Gilberger

6 von 7 Tonnen Ton warten auf den Projektstart. Foto: Ruth Gilberger

Was hast du dann als erstes gebaut?

Als erstes habe ich eine Kuppel für ein Theater gebaut, dann eine U-Bahn-Station. Und dann immer mehr Figuren und Tiere. Ich wollte besser werden und habe gebaut und gebaut. Es hat riesen Spaß gemacht. Jetzt nach dem Projekt kann ich mir gut vorstellen, damit weiterzumachen.

Hat das Projekt etwas für dich verändert?

Ich habe sehr viele Eindrücke mitgenommen. Für mich war es eine ganz spezielle Situation. Ich hatte in den letzten drei Jahren nur sehr wenig Kontakt zu anderen Menschen. Und hier hatte ich nicht nur die Möglichkeit, mit Ton zu arbeiten, sondern auch mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Eine neue Form der Freiheit für mich.

Foto: Teresa Grünhage

Foto: Teresa Grünhage

Was war dein Highlight in der Projektzeit?

Für mich war die ganze Zeit des Projektes klasse! Aber die Finissage war ganz besonders schön! Es war einfach toll, zu sehen, was in der Zeit entstanden ist, und Menschen wiederzusehen, die daran mitgearbeitet haben. Die Mitmachstadt hat mir unglaublich gut getan. Ich hatte den ganzen Sommer spitzen Laune.

Foto: Ruth Gilberger

Foto: Ruth Gilberger

Wie war es für dich, gemeinsam mit Künstlern zu arbeiten?

Was mir sehr gut gefallen hat, war die freie Arbeit ohne Vorgaben. Es gab lediglich Inspiration, die uns die Künstler gegeben haben. Zum Beispiel Martina Benz, die angefangen hat, eine große Allee zu bauen. Das hat mich inspiriert, größere Dinge zu bauen und wachsen zu lassen.

Was ich großartig fand: Man hat mit der Zeit vergessen wer wer ist. Wer ist Künstler, wer Student, wer ist Patient, wer organisiert das Ganze? Die Rollen sind verschwommen. Die Kunst und das gemeinsame Schaffen brauchen diese Rollen nicht. Es ist eine Atmosphäre entstanden, die familiär war und in der jeder Anerkennung erfahren hat.

Foto: Ruth Gilberger

Foto: Ruth Gilberger

Bist du mit dem Ergebnis der großen Stadt, die entstanden ist, zufrieden?

Die Stadt ist ein Meisterwerk geworden. Sie wimmelt vor einzelnen Ausdücken ganz verschiedener Menschen. Und sie hat eine Message: Sie ist ein starkes Stück!

 

 

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