Foto: Sarah Larissa Heuser

„Fotos anschauen, als sehe man sie das erste Mal“ – ein Bericht von Elke Christmann

am 04. August 2017 | in Allgemein, Perspektive Umbruch, Welt im Umbruch | von | mit 0 Kommentaren

Vom 30.6 bis 1.7 habe ich an einem Fotobuch-Workshop im Rahmen des Programms von „Welt im Umbruch“ in Duisburg teilgenommen, der von einem professionellen Team des PhotoBookMuseums Köln geleitet wurde.

Foto: Sarah Larissa Heuser

Wir waren eine Gruppe von neun Teilnehmenden mit ihren jeweiligen Bildsammlungen. Es wurde eine Bildauswahl getroffen, gemeinsam eine Dramaturgie der Bildfolge entwickelt und zum Schluss ein Fotobuch gestaltet.

Was sich hier vielleicht einfach anhört, erwies sich für mich als ein komplexer spannender und transformatorischer Arbeitsprozess an mir selbst.

Fotografie ist heutzutage eine der unmittelbarsten persönlich-künstlerischen Ausdrucksformen, die wir haben. Wir dokumentieren und teilen Freude und Schmerz, Besonderes und Alltägliches, Freunde und Familie, Schönes und Hässliches. Die Liste unserer Motive ließe sich wohl unendlich fortsetzen.

Foto: Sarah Larissa Heuser

Ich habe mehrere Jahre in China gelebt und gearbeitet und diese Zeit war für mich von besonderer Erlebnisqualität. So habe ich dort ebenso passioniert fotografiert, in erste Linie für mich persönlich als eine Art visuelles Tagebuch, eine Art Dokumentation von Zeit, Ort und Erlebnissen und als Ventil für meine vielschichtigen Eindrücke.

Mit Hilfe des erfahrenen Blicks des Leitungsteams des Workshops habe ich versucht, meine Intentionen zu ordnen, meinen Bildern anders zu begegnen und sie aus dem Tagebuch-bezogenen Kontext herauszulösen, sie neu filtern, Schlüsselbilder zu definieren und sie in einen neuen Bezug zueinander bringen:

Foto: Sarah Larissa Heuser

„Sehen“ was man selbst nicht mehr sieht oder gar noch nicht gesehen hat; „zulassen“, dass sie von jemand anderem „kuratiert“ werden; von seinem eigenen Werk wegtreten und die Bilder „frei lassen“; zu guter Letzt „Zuspruch bekommen“ seinem eigenen subjektiven Blick Raum zu geben und dann den finalen Schritt zu gehen, Bilder aus einer offenen Sammlung in eine zwingende Form des Fotobuchs zu bringen, Position zu beziehen und eine präzise Narrative zu entwickeln.

All diese Schritte haben mir geholfen meine persönlichen Wahrnehmungsprozesse und Intentionen zu verstehen und sichtbar zu machen. Da ich mit für mich sehr persönlichen Arbeiten in den Workshop gegangen bin, kam es zu einer intensiven Auseinandersetzung mit einer wichtigen Phase meiner eigenen Biografie, die auch auf dieser Ebene zu einer Positionsbestimmung geführt hat, sichtbar gemacht in einem Fotobuch.

 

Ein ganz herzliches Dankeschön meinerseits an alle Beteiligten und im Besonderen an die Workshopleitung für Inspiration und Feedback.

Foto: Sarah Larissa Heuser

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