Künstlerische Arbeit aus Gips von Cora Groos. Foto: Cora Groos.

G i p s RESONANZkörper 2022

am 09. Februar 2022 | in Allgemein | von | mit 0 Kommentaren

Cora Groos nimmt uns mit auf eine Reise ins Atelier und ihren künstlerischen Prozess, der ihrer performativen Arbeit ResonanzCAMP körper nachfolgte. Sie studiert derzeit freie Kunst in Weimar und war 2021 Teilnehmende des ResonanzCAMPs in Greifswald. Seit dem studentischen Camp ließ sie das Thema der Resonanz nicht mehr los. Im folgenden Beitrag lässt sie uns in Wort und Bild an ihren Gedanken und der feinstofflichen Suche nach Antworten teilhaben.

 

Künstlerische Dokumentation von Cora Groos. Fotos und Texte: Cora Groos.

 

 

Das neue Jahr ist nicht älter als 7 Tage, als ich eine Mail an Theresa schreibe. Ich erzähle ihr von meinem aktuellen Projekt und das ich unbedingt hören möchte was sie dazu sagt.
Ein wenig später haben wir uns dann am Hörer. Es ist ein Feuerwerk der Inspiration und des Austausches.

Sie fragt mich was seit dem ResonanzCAMP passiert ist.

Als wir auflegen versuche ich immer noch eine Antwort auf diese Frage zu finden.

Wahrscheinlich ist die Wahrheit, dass es nie aufgehört hat. In dem Moment als ich 2021 vor mir fremden Menschen stand und mich habe abdrücken lassen, war es um mich geschehen.
Ich hatte Worte für das gefunden, was mich zutiefst künstlerisch bewegt.

Die Grundlage für mein nächstes Projekt war also nicht mehr die Frage: Ist Resonanz möglich?
Sondern die Frage:

Was braucht es um in Resonanz zu treten?

Ich habe mir als zweite Grundlage vorgenommen mit Gips zu arbeiten. Er ist ein Werkstoff, welcher mich schon sehr lange begleitet und bei dem ich mir sicher war, dass mehr in ihm steckt als ich bisher gesehen habe. Der Plan war also klar: Die Resonanz von Gips erforschen.

Die Reise, die damit begann, war alles andere als klar.

 

Am Anfang stand ich in der Werkstatt und wusste genau was ich machen will: Ich will mit Gips meine Erfahrung von Resonanz darstellen. Als ich anfing Gips in Formen zu gießen, die ich mir ausgedacht habe, da wurde mir bewusst, wie wenig der Gips damit zu tun hat. Er wurde zum Zweck, weniger zum Gegenstand der Sache.

Da stand ich also vor einem Sack mit Pulver drin und war am Verzweifeln.

Erst war ich wütend auf das Material, dass es mir aber auch so wenig entgegenbrachte.
Zwischenzeitig war ich verzweifelt an meiner eigenen Fragestellung: Ist Gips resonanzfähig?
Ich war überfordert das herauszufinden, habe mich abgelenkt, war wenig in der Werkstatt, habe allen Gips aus meinem Atelier geräumt.

Ich stand bei NULL.

 

Da war dann eine Haltung groß geworden, die sagte: Dann geht es vielleicht einfach nur um MICH und was ich vom Gips lernen will. Egal ob es Resonanz ist oder nicht.
Ich habe also zugehört.

Mir und dem Gips.

Auf einmal war es möglich mehr in Gips zu sehen als Pulver. Es war ein Partner, der seine Eigenheiten hatte.
Heute weiß ich, dass der Satz: Resonanz ist die Bereitschaft, mit Teilen des Gegenüber vollkommen in Verbindung zu treten, stimmt.
Ich war nie bereit mit Gips in Verbindung zu gehen. Ich wollte die Überlegene sein.

Als ich bereit war, war alles leicht, schnell und klar. Es entstand eine Dialogsäule von mir und dem Gips.

Die Frage die am Ende bleibt:

BIST DU BEREIT FÜR RESONANZ?

Darin steckt, berührt zu werden auf eine Art wie man es nicht kennt.

 

 

 

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